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Die neue Turmuhr in Panrod

KV PanrodKirchturm mit neuem Ziffernblatt
Kirchturm mit neuem Ziffernblatt

Am Montag den 10.04. war es so weit, die Panröder Kirche bekam ein neues Ziffernblatt und ein neues elektronisches Uhrwerk. Morgens um halb 10 trafen sich Achim Alberti, Ernst Haberstock und die Mitarbeiter der Firma Höckel – Schneider GmbH, einer Firma aus Flörsheim am Main die seit über 140 Jahren auf den Bau von Turmuhren spezialisiert ist, bei strahlend blauem Himmel an der Panröder Kirche.

Da man das Ziffernblatt einer Turmuhr selten mit einer Stehleiter wechseln kann, hatte die Firma Höckel auch einen speziellen Steigerwagen dabei. Dieser wurde in zusammengeklappter Form mittels einer Fernbedienung zum Zielort gefahren und dort aufgebaut. Die Männer der Firma Höckel fuhren dann auch gleich hinauf zum Ziffernblatt und begannen mit dem Abbau. Zuerst wurden die alten Zeiger entfernt und dann das etwas über 1,5 m große Ziffernblatt gelöst.

Unten auf dem Boden wartete schon das neue Ziffernblatt, dass aus Denkmalschutz gründen das gleiche Design haben musste. Als nun das alte und das neue Ziffernblatt nebeneinander standen sah man deutlich, dass das alte doch ein wenig an Farbe verloren hatte. Das Montieren des neuen Ziffernblattes samt neuer Zeiger ging dann genau so reibungslos wie der Abbau des alten.

Nun ist so ein Steigerwagen direkt an der Kirche natürlich eine verlockende Sache. Vor allem, wenn man eine Kamera dabei hat und so tolles Wetter herrschte wie an diesem frühlingshaften April Tag. Also ließ sich Ernst Herbert Haberstock noch nach oben fahren und machte ein paar sehr schöne Bilder die unser schönes Panrod von oben zeigen.

Anschließend wurde im inneren der Kirche weitergearbeitet und das alte mechanische Uhrwerk durch ein neues elektronisches ersetzt. Mit dem neuen Uhrwerk ist ein ständiges händisches Nachstellen der Uhr endlich passe und die Kirchenglocken werden zukünftig immer pünktlich läuten.

An dieser Stelle sei noch einmal den zahlreichen Spendern gedankt. Insgesamt haben sich 44 Einzelpersonen und Familien an unserem Spendenaufruf beteiligt. Außerdem haben die Standbetreiber des Panroder Weihnachtsmarktes, die Gemeinde Aarbergen und Bürgermeister Udo Scheliga einen finanziellen Beitrag zu unserer neuen Turmuhr geleistet.

StHa 2017

Einbau der neuen Turmuhr

  • KV PanrodAltes Ziffernblatt
  • KV PanrodSteigerwagen
  • KV PanrodSteigerwagen
  • KV PanrodSteigwagen
  • KV PanrodAbbau des Ziffernblattes
  • KV PanrodKirchturm ohne Ziffernblatt
  • KV PanrodAltes und neues Ziffernblatt
  • KV PanrodKirchturm mit neuem Ziffernblatt
  • KV PanrodPanrod 1
  • KV PanrodPanrod 2
  • KV PanrodPanrod 3
  • KV PanrodPanrod 4
  • KV PanrodGlocke

Geschichte der evangelischen Kirche Panrod

Im Jahr 1320 erlaubte der Erzbischof Balduin von Trier, ein Bruder Kaiser Heinrich des VII., die Errichtung einer Kirche in Panrod. Bis dahin gehörte der Ort zur Pfarrei Bergen. Dieses Dorf wurde im 30jährigen Krieg vernichtet und nicht wieder auf­gebaut. Nur die Kirche gen. „Berger Kirche“, dient heute noch dem Dorf Werschau als Friedhofskapelle, sie ist Vorbild und „Mutterkirche“ von Panrod.

1321 erfolgte die Trennung von der Pfarrei Bergen und Panrod wurde eine selbständige Pfarrei. Dies belegt eine Urkunde des Limburger Stiftes St. Georgen. Geweiht wurde die Kirche der Jungfrau Maria. Das Stift behielt die Herrschaft, selbst nach Einführung der Reformation, über die protes­tantisch gewordene Pfarrei Panrod noch auf lange Zeit.

Ein einheitlicher Baustil ist bei dem Kirchlein nicht gewahrt worden. Zunächst auf einem recht­eckigen Grundriss errichtet, war am westlichen Ende der spitzbogige Eingang. Auf der Südseite blickten drei Hochfenster auf das Dorf. Die Nord­seite ist massiv ausgebaut. Zwei Nischen waren sicher für Marienstatuen vorgesehen.

Auf quadratischem Grundriss errichtet, verleiht der Turm dem Bau den Charakter einer Wehrkirche. Seine Wände haben in der Höhe schmale, hohe Schlitze, die in alten Zeiten für Verteidigungs­zwecke dienten. Noch vor der Reformationszeit bekam die Sakristei einen Anbau am Turm, der den Chorraum einseitig nach Norden erweiterte.

Bis 1562 war die Kirche noch ohne Gestühl und Empore. In diesem Jahr wurden die Bänke ein­gebaut. Aus dieser Zeit stammen auch die Kanzel, rechts am Übergang vom Schiff in den Chorraum und die Emporen an der nördlichen und östlichen Seite. Der Aufgang war damals im Innern der Kirche. Erst im Jahre 1693 erfolgte der Innenaus­bau, so wie er bis zur Renovierung 1962-65 blieb. Auch die Empore wurde vergrößert.

1722 gab es eine Vorhalle mit Treppenaufgang zur Empore.

1735/36 bekam der seitliche Anbau neben dem Altarraum seine endgültige Form.

1779 wurde in den Felsen, auf dem die Kirche steht, ein Zugang mit 27 Steinstufen belegt.

Ab 1810 bereiteten die Bestattungen rund um die Kirche, aus Platzgründen, erhebliche Schwierig­keiten. Dieser Zustand änderte sich erst 1838, nachdem der neue „Todtenhof“ eingeweiht wurde.

Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Gedanke auf, die Kirche aufzugeben und ein neues Gotteshaus zu bauen. Ansparungen in einen Kirchenbaufonds wurden in der Inflation nach dem 1. Weltkrieg vernichtet. So blieb es bis zum heutigen Jahr bei zahlreichen kleineren An- und Umbauten, Ände­rungen der Emporenanordnungen, Erneuerungen der Heizung, u.v.m. Als letzte große Baumaß­nahme war eine Neueindeckung des Kirchen­daches nötig.

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